Welche Komponenten Immich auf dem NAS benötigt
Immich ist nicht nur ein einzelner Container. Für den Betrieb gehören typischerweise der Immich-Server, eine PostgreSQL-Datenbank, ein Redis-Dienst und ein Machine-Learning-Dienst zusammen. Je nach Version und bereitgestellter Compose-Datei können Namen, Images und Variablen abweichen. Deshalb solltest du keine Konfiguration aus einer älteren Anleitung unverändert übernehmen.
Die Fotos selbst liegen in einem Verzeichnis auf dem NAS. Die Immich-Datenbank enthält unter anderem Informationen zu Alben, Benutzern, Suchindizes und Zuordnungen. Vorschaubilder und weitere erzeugte Dateien können zusätzlichen Speicher beanspruchen. Ein Backup der Originalfotos allein reicht daher nicht aus, wenn du später auch Alben, Gesichtserkennung, Suchdaten und Einstellungen wiederherstellen möchtest.
Docker speichert Containerdaten zunächst in einer internen Schicht. Für eine dauerhafte Installation müssen wichtige Daten jedoch über Volumes oder Bind-Mounts auf dem NAS liegen. Wird ein Container neu erstellt, bleiben Daten nur dann erhalten, wenn sie außerhalb der vergänglichen Container-Schicht gespeichert wurden.
Vorbereitung: Speicher, Ordner und Sicherung
Lege vor der Installation fest, wo die Originale, die Datenbank und die erzeugten Immich-Dateien gespeichert werden. Verwende möglichst getrennte Unterordner mit nachvollziehbaren Namen. Dadurch lässt sich später leichter prüfen, welche Daten gesichert werden müssen und welcher Pfad in einem Container verwendet wird.
Eine mögliche Struktur kann so aussehen:
- immich/library für die verwaltete Fotobibliothek
- immich/upload für Uploads, falls du diesen Speicherweg nutzt
- immich/thumbs für Vorschaudateien
- immich/encoded-video für erzeugte Videodateien
- immich/profile für weitere Immich-Daten
- immich/postgres für die Datenbank
Die tatsächlichen Verzeichnisse dürfen anders heißen. Entscheidend ist, dass jeder Pfad eindeutig ist und nicht versehentlich auf einen übergeordneten Freigabeordner zeigt. Prüfe außerdem, ob auf dem Speicherpool ausreichend Platz für Originale, Vorschaubilder, Datenbank und temporäre Verarbeitung vorhanden ist. Bei großen Videobeständen kann die Verarbeitung deutlich mehr freien Speicher benötigen als die reine Dateigröße vermuten lässt.
Bevor du Immich einrichtest, sollte mindestens eine unabhängige Kopie der Originaldaten existieren. Ein RAID-Verbund schützt je nach Auslegung vor dem Ausfall bestimmter Laufwerke, ersetzt aber kein Backup. Für die Datenbank und die Immich-Medien empfiehlt sich zusätzlich ein Wiederherstellungstest, bei dem du nicht nur das Vorhandensein der Dateien, sondern auch die Lesbarkeit überprüfst.
Die Compose-Konfiguration sicher anlegen
Die offizielle Compose-Vorlage ist der Ausgangspunkt für die Installation. Lade die zu deiner gewünschten Immich-Version passende Vorlage und die dazugehörige Umgebungsdatei. Versionssprünge können Änderungen an Variablennamen, Datenbankanforderungen oder unterstützten Images enthalten. Eine pauschale Kombination aus Dateien verschiedener Veröffentlichungen kann deshalb zu schwer erkennbaren Fehlern führen.
In der Umgebungsdatei trägst du unter anderem den Speicherort für Uploads, die Datenbankdaten und Zugangsdaten ein. Verwende für die PostgreSQL-Datenbank ein eigenes starkes Passwort und speichere die Datei so, dass sie nicht über eine öffentliche Freigabe erreichbar ist. Zugangsdaten gehören nicht in Screenshots, öffentliche Repositories oder frei zugängliche Dokumentationsordner.
Die Mounts müssen zwei Ebenen korrekt verbinden: einen Ordner auf dem NAS und den dazugehörigen Pfad im Container. Für Immich zählt ausschließlich der Containerpfad, wenn du ihn in der Anwendung auswählst. Zeigt der NAS-Ordner beispielsweise auf einen Containerpfad wie /usr/src/app/upload, darfst du in Immich nicht den lokalen NAS-Pfad verwenden.
Prüfe nach dem Speichern der Datei jede Zuordnung einzeln. Ein vertauschtes Verzeichnis kann dazu führen, dass Immich leer erscheint, neue Dateien am falschen Ort landen oder die Datenbank auf einem nicht dauerhaft gespeicherten Pfad liegt. Ändere zunächst nur eine Variable oder einen Mount, wenn du einen Fehler suchst. So bleibt nachvollziehbar, welche Anpassung das Ergebnis beeinflusst hat.
Container starten und den Zustand prüfen
Starte die Compose-Anwendung über die Docker-Oberfläche deines NAS oder über die dafür vorgesehene Kommandozeile. Die genaue Navigation unterscheidet sich zwischen DSM, QTS, QuTS hero, UGOS Pro und TerraMaster OS. Maßgeblich sind die Funktionen zum Erstellen eines Compose-Projekts, zum Anzeigen der Containerprotokolle und zum Verwalten persistenter Ordner.
Nach dem Start sollten nicht nur die Container als aktiv angezeigt werden. Öffne auch die Protokolle und achte auf wiederkehrende Fehler. Ein einzelner Neustart während der Initialisierung ist nicht automatisch ein Problem, eine Endlosschleife mit Datenbankfehlern, fehlenden Berechtigungen oder nicht erreichbaren Diensten dagegen schon.
Kontrolliere zuerst die Abhängigkeiten:
- Die Datenbank muss erreichbar sein und ihre Daten in einem dauerhaften Ordner speichern.
- Der Redis-Dienst darf nicht dauerhaft abstürzen.
- Der Machine-Learning-Dienst benötigt passende Ressourcen und muss für die von dir verwendeten Funktionen erreichbar sein.
- Der Immich-Server muss seine konfigurierten Speicherpfade lesen und beschreiben können.
Ein grüner Containerstatus beweist nicht, dass die Anwendung vollständig funktioniert. Ein Prozess kann laufen, obwohl ein Mount falsch gesetzt ist oder ein abhängiger Dienst nicht nutzbar ist. Teste deshalb die Weboberfläche, die Anmeldung, den Upload eines einzelnen Bildes und die Anzeige dieses Bildes in der Bibliothek.
Benutzer, Rechte und Speicherpfade
Viele Installationen scheitern nicht an Immich selbst, sondern an den Dateirechten des NAS. Der Benutzer, unter dem der Container arbeitet, benötigt Schreibrechte für Ordner, in denen Immich Uploads, Vorschaubilder oder Datenbankdateien ablegt. Für eine bestehende Fotosammlung können Leserechte ausreichen, wenn du sie als externe Bibliothek einbindest und nicht durch Immich verwalten lässt.
Vergleiche die Rechte des NAS-Ordners mit der im Container verwendeten Benutzer- und Gruppen-ID, sofern deine Plattform diese Zuordnung verlangt. Eine pauschale Freigabe für alle Benutzer behebt zwar manche Zugriffsfehler, schwächt aber die Trennung zwischen Administrations-, Medien- und Dienstkonten. Besser ist eine möglichst enge Berechtigung mit einem anschließenden Funktionstest.
Unterscheide zwischen einer von Immich verwalteten Bibliothek und einer externen Bibliothek. Bei verwalteten Uploads bestimmt Immich, wo neue Medien abgelegt und organisiert werden. Bei einer externen Bibliothek bleiben die Dateien an ihrem bisherigen Speicherort; Immich liest sie ein und erstellt die zugehörigen Informationen. Verschiebst du externe Dateien später außerhalb von Immich, können Zuordnungen verloren gehen oder Medien als nicht mehr verfügbar erscheinen.
Erster Test mit wenigen Dateien
Importiere nicht sofort deine gesamte Sammlung. Verwende zunächst einige Fotos mit unterschiedlichen Dateiformaten und mindestens ein kurzes Video. Prüfe, ob die Originaldateien am erwarteten Ort ankommen, Vorschaubilder entstehen und die Medien nach einem Containerneustart weiterhin sichtbar sind.
Teste außerdem den Zugriff von einem zweiten Gerät im lokalen Netzwerk. Wenn die Anmeldung funktioniert, öffne ein Bild, starte eine Suche und prüfe die Darstellung eines Videos. Bleibt ein Verarbeitungsschritt dauerhaft offen, siehst du in den Containerprotokollen und in der Aufgabenübersicht nach, ob Ressourcen, Rechte oder ein abhängiger Dienst fehlen.
Erst wenn dieser Test erfolgreich ist, solltest du weitere Ordner importieren. Bewahre die ursprünglichen Dateien während der Einrichtungsphase unverändert auf. So kannst du einen fehlerhaften Import zurücksetzen, ohne die einzige Kopie deiner Fotos zu gefährden.
Leistung, Indizierung und Machine Learning
Die Geschwindigkeit hängt von NAS-Prozessor, Arbeitsspeicher, Speichertyp, Dateianzahl und aktivierten Analysefunktionen ab. Die erste Indizierung kann bei einer großen Sammlung lange laufen. Gesichtserkennung, Objekterkennung, Texterkennung und Videokodierung beanspruchen je nach Konfiguration CPU, Arbeitsspeicher oder eine unterstützte GPU.
Plane die Analyse möglichst außerhalb wichtiger Arbeitszeiten, wenn dein NAS während der Verarbeitung andere Aufgaben erledigen muss. Beobachte CPU-Last, Arbeitsspeicher, Temperatur und Speicheraktivität. Eine dauerhaft ausgelastete Maschine kann dazu führen, dass Backups, Dateifreigaben oder andere Container langsamer reagieren.
Hardware-Transcoding ist nicht dasselbe wie Machine Learning. Eine passende Grafikeinheit kann die Videowiedergabe unterstützen, bedeutet aber nicht automatisch, dass alle Analysefunktionen beschleunigt werden. Aktiviere solche Funktionen erst nach einem Basistest und prüfe, ob Immich und das verwendete Container-Image die Hardware deiner NAS-Plattform tatsächlich unterstützen.
Updates, Datenbank und Wiederherstellung
Vor einem Immich-Update sicherst du die Originalmedien, die Compose-Konfiguration, die Umgebungsdatei und die PostgreSQL-Datenbank. Prüfe außerdem, ob die verwendete Version einen bestimmten Migrationsschritt verlangt. Ein Container-Update ohne Datenbanksicherung kann bei einem unerwarteten Fehler die Rückkehr zum vorherigen Zustand erschweren.
Führe Updates nicht gleichzeitig mit einem Laufwerkswechsel, einem RAID-Rebuild oder einer größeren Rechteänderung durch. Bei mehreren Änderungen lässt sich später nur schwer feststellen, wodurch ein Fehler entstanden ist. Nach dem Update prüfst du Anmeldung, Bibliothek, Suche, Upload, Videoverarbeitung und die Protokolle.
Ein Backup ist erst dann belastbar, wenn eine Wiederherstellung geprobt wurde. Sichere die Originaldateien in einer Form, die unabhängig von Immich lesbar bleibt. Ergänze die Datenbanksicherung und die persistenten Verzeichnisse, wenn du den bisherigen Bibliothekszustand mit Alben und Suchinformationen behalten möchtest. Dokumentiere Zugangsdaten und Verschlüsselungsschlüssel so, dass du im Notfall noch Zugriff auf die Sicherung erhältst.
Lokaler Zugriff und sicherer Fernzugriff
Für die erste Einrichtung genügt der Zugriff im lokalen Netzwerk. Öffne die Immich-Oberfläche nicht direkt über eine beliebige Portfreigabe am Router. Ein öffentlich erreichbarer Dienst erhöht die Angriffsfläche und verlangt zusätzliche Maßnahmen wie aktuelle Updates, starke Konten, Mehrfaktor-Authentifizierung, TLS und nachvollziehbare Protokollierung.
Für den Fernzugriff ist ein VPN meist die überschaubarere Lösung, weil der Dienst nicht offen im Internet stehen muss. Ein Reverse Proxy kann ebenfalls sinnvoll sein, erfordert aber eine saubere Zertifikatsverwaltung, korrekte Weiterleitung und eine Begrenzung der erreichbaren Dienste. Teste den Zugriff zunächst lokal und sichere die Administrationskonten, bevor du eine externe Erreichbarkeit einrichtest.
Wann du den Start abbrechen solltest
Unterbrich die Einrichtung, wenn die einzige Fotokopie nicht gesichert ist, mehrere Laufwerke gleichzeitig Fehler melden oder unklar ist, welcher Ordner die Originale enthält. Auch wiederkehrende Datenbankfehler, ein unerwarteter Speicherverbrauch oder ein Container, der ständig neu startet, sprechen gegen einen unkontrollierten Import.
Initialisiere keine Festplatte, formatiere keinen Speicherpool und entferne kein Laufwerk aus einem Verbund, nur weil Immich die Bibliothek nicht anzeigt. Eine leere Ansicht kann durch einen falschen Mount, fehlende Rechte oder eine nicht abgeschlossene Indizierung entstehen. Sichere zuerst den Zustand, notiere die Fehlermeldung und prüfe die Zuordnung der Speicherpfade.
Ein sauberer Start besteht nicht darin, möglichst schnell alle Fotos einzulesen. Entscheidend ist, dass Originale, Datenbank und erzeugte Dateien dauerhaft gespeichert werden, die Rechte nachvollziehbar sind und ein Wiederherstellungsweg existiert. Wenn der kleine Testbestand nach Neustart, Backup-Prüfung und Zugriffstest stabil funktioniert, kannst du die Sammlung schrittweise erweitern.
Häufige Fragen zur Immich-Einrichtung auf dem NAS
Welche NAS-Hardware eignet sich für Immich mit Docker?
Entscheidend sind nicht nur die Anzahl der Prozessorkerne, sondern auch Arbeitsspeicher, Docker-Unterstützung und die verfügbare Leistung für Datenbank, Vorschaubilder und Machine Learning. Auf schwächerer Hardware kannst du Immich grundsätzlich betreiben, musst aber mit längeren Indizierungszeiten rechnen und ressourcenintensive Funktionen gegebenenfalls begrenzen.
Kann Immich eine bestehende Fotosammlung übernehmen, ohne die Originale zu verschieben?
Ja, dafür eignet sich eine externe Bibliothek, bei der Immich die vorhandenen Dateien über einen eingebundenen Containerpfad einliest. Verschiebe oder benenne diese Dateien anschließend nicht außerhalb von Immich um, weil sich dadurch Zuordnungen und erkannte Medien ändern können.
Warum zeigt Immich trotz vorhandener Fotos eine leere Bibliothek?
Häufig verweist der Mount auf den falschen Containerpfad, oder der Immich-Prozess besitzt für den eingebundenen Ordner keine ausreichenden Leserechte. Prüfe zuerst die Mount-Zuordnung, die Containerprotokolle und die Berechtigungen, bevor du Dateien verschiebst oder eine neue Bibliothek anlegst.
Wie sichere ich Immich so, dass Alben und Suchdaten erhalten bleiben?
Du brauchst neben den Originalmedien auch eine konsistente Sicherung der PostgreSQL-Datenbank und der dauerhaft eingebundenen Immich-Verzeichnisse. Teste die Wiederherstellung regelmäßig in einer getrennten Umgebung, denn eine bloße Dateiliste oder ein vorhandenes Backup beweist noch nicht, dass sich der Immich-Zustand tatsächlich zurückholen lässt.
Ist ein Reverse Proxy für Immich sicherer als eine direkte Portfreigabe?
Ein korrekt eingerichteter Reverse Proxy kann TLS, Zertifikate und die öffentliche Erreichbarkeit zentral verwalten, ersetzt aber weder Updates noch starke Konten und Mehrfaktor-Authentifizierung. Für viele private Installationen ist ein VPN die weniger exponierte Variante, weil Immich dabei nicht direkt aus dem Internet erreichbar sein muss.