NAS-Übertragungszeit und Netzwerkgeschwindigkeit berechnen

Zwischen der beworbenen Netzwerkgeschwindigkeit und dem tatsächlich erreichbaren Datendurchsatz liegt fast immer ein Unterschied. Protokoll-Overhead, kleine Dateien, langsame Datenträger, Verschlüsselung und WLAN reduzieren das Tempo.

Dieser Rechner zeigt die theoretische und realistische Übertragungszeit und hilft dabei, den wahrscheinlichen Engpass zu erkennen.

Übertragungszeit- und Netzwerkrechner

Datenmenge, Verbindung, Effizienz und Dateianzahl berücksichtigen

Große Dateien im LAN meist 75–95 %, WLAN und Internet oft weniger.
Für sehr viele kleine Dateien anheben.

Mbit/s und MB/s nicht verwechseln

Netzwerkgeschwindigkeiten werden meist in Megabit pro Sekunde angegeben, Dateiübertragungen dagegen häufig in Megabyte pro Sekunde. Acht Bit entsprechen einem Byte. Gigabit-LAN liefert daher theoretisch 125 MB/s und in der Praxis meist weniger.

Viele kleine Dateien sind langsamer

Eine einzelne große Datei lässt sich meist schneller übertragen als hunderttausende kleine Dateien mit derselben Gesamtgröße. Metadaten, Dateisystemzugriffe, Virenscanner und Verschlüsselung erhöhen den Aufwand.

Theoretische und praktische Netzwerkgeschwindigkeit

Eine Verbindung mit 1 Gbit/s transportiert theoretisch 1.000 Megabit pro Sekunde. Nach der Umrechnung bleiben maximal 125 Megabyte pro Sekunde. In der Praxis reduzieren Ethernet-, TCP/IP- und Dateifreigabe-Protokolle diesen Wert. Bei einem gut abgestimmten Gigabit-LAN liegen große zusammenhängende Dateiübertragungen häufig näher an der technischen Grenze als viele kleine Dateien.

Bei 2,5 oder 10 Gbit/s muss auch der restliche Datenpfad mithalten. Ein schneller Netzwerkanschluss allein beschleunigt kein NAS, wenn eine einzelne HDD, ein langsamer RAID-Verbund, der Quellcomputer oder eine USB-Festplatte der Engpass ist. Der Rechner arbeitet deshalb mit einer einstellbaren realistischen Effizienz.

Mbit/s und MB/s korrekt umrechnen

Internetanbieter und Netzwerkhardware verwenden gewöhnlich Bit pro Sekunde. Kopierdialoge zeigen dagegen Byte pro Sekunde. Acht Bit ergeben ein Byte. 100 Mbit/s entsprechen somit höchstens 12,5 MB/s, 1 Gbit/s höchstens 125 MB/s und 2,5 Gbit/s höchstens 312,5 MB/s. Bei binären Einheiten wie GiB und TiB entstehen zusätzliche Unterschiede zur dezimalen Herstellerangabe.

Viele kleine Dateien benötigen mehr Zeit

Bei jeder Datei müssen Namen, Rechte, Zeitstempel und weitere Metadaten verarbeitet werden. Hunderttausende kleine Dokumente können deshalb viel länger dauern als eine einzelne große Archivdatei mit derselben Gesamtgröße. Virenscanner, Verschlüsselung, Indizierung und Versionierung erhöhen den Aufwand zusätzlich. Das Feld für Dateianzahl und Zeitaufschlag bildet diesen Effekt näherungsweise ab.

Festplatten, SSDs und RAID als Engpass

Eine einzelne klassische Festplatte erreicht bei großen Dateien eine deutlich höhere sequenzielle als zufällige Geschwindigkeit. RAID kann den Durchsatz steigern, aber Paritätsberechnung und gleichzeitige Zugriffe beeinflussen das Ergebnis. SSDs liefern vor allem bei vielen kleinen Zugriffen Vorteile. Bei verschlüsselten Freigaben kann zudem die Prozessorleistung des NAS entscheidend werden.

WLAN richtig einschätzen

Die beworbene WLAN-Datenrate ist eine Bruttorate unter idealen Bedingungen. Entfernung, Wände, Nachbarnetze, Kanalbreite, Antennen und die Zahl gleichzeitig aktiver Geräte verändern den tatsächlichen Durchsatz. Außerdem teilen sich Senden und Empfangen die verfügbare Funkzeit. Für große Erstbackups oder Wiederherstellungen ist eine Kabelverbindung daher meist planbarer.

Übertragung über das Internet

Beim Fernzugriff ist meist der Upload am Standort des sendenden Systems entscheidend. Ein Anschluss mit schnellem Download, aber geringem Upload kann ein externes NAS-Backup stark begrenzen. VPN-Verschlüsselung, Latenz, Paketverluste und Provider-Routing kommen hinzu. Bei großen Datenmengen sollte auch geprüft werden, ob das erste Backup lokal durchgeführt und erst danach inkrementell über das Internet fortgesetzt werden kann.

SMB, NFS, WebDAV und verschlüsselte Verbindungen

Unterschiedliche Protokolle besitzen verschiedene Eigenschaften und passen nicht gleichermaßen zu jedem Client. SMB ist im gemischten Heim- und Windows-Netz verbreitet, NFS häufig bei Linux- und Virtualisierungsumgebungen. WebDAV und browserbasierte Übertragungen sind bequem, aber bei sehr vielen Dateien nicht immer optimal. Verschlüsselung schützt Daten, benötigt jedoch Rechenleistung auf NAS und Client.

So lassen sich langsame NAS-Übertragungen eingrenzen

  • Zunächst mit einer einzelnen großen Datei im kabelgebundenen LAN testen.
  • Netzwerkgeschwindigkeit an NAS, Switch und Computer kontrollieren.
  • Prüfen, ob ein Anschluss unbemerkt nur mit 100 Mbit/s verbunden ist.
  • Quell- und Ziellaufwerk separat auf ihre lokale Geschwindigkeit testen.
  • CPU-, RAM- und Datenträgerauslastung während des Kopierens beobachten.
  • Verschlüsselung, Virenscanner und Hintergrundaufgaben als Vergleich kurz einordnen.
  • Bei WLAN einen Test nahe am Access Point durchführen.

Der Rechner liefert eine realistische Zeitplanung für Backups und Migrationen. Liegt die tatsächliche Dauer deutlich darüber, hilft der Vergleich der einzelnen Komponenten dabei, den Engpass gezielt zu finden, statt lediglich einen schnelleren Netzwerkanschluss zu kaufen.

Hinweis: Die Ergebnisse sind technische Planungs- und Orientierungshilfen. Herstellerangaben, Kompatibilitätslisten, aktuelle Backups und die konkrete Systemkonfiguration haben Vorrang.